Nürburgring quo vadis?

 

Eine Legende kämpft ums Überleben

 

 

Ein Kommentar der UWV-Redaktion

 

Die Motoren brüllen, Benzingeruch liegt in der Luft.

 

Ob Auto-Union, Mercedes, Alfa-Romeo, Porsche, Ferrari oder Bugatti, seit 1927 fasziniert dieser Ort Millionen von Menschen, denen das Auto, das Motorrad nicht nur als Mittel, um von A nach B zu kommen dient, sondern die dem Zauber „Rennsport“ den Geheimnissen der Technik und des technischen Fortschritts erlegen sind.

 

Lautstärke, die manchen Menschen in den Ohren brennt, anderen aber ein breites Lächeln in das sonst so stressgeschwängerte, manchmal versteinerte Gesicht zaubert.

 

„Experten“ unterscheiden schnell: „So klingt nur der 6-Zylinder Boxer eines luftgekühlten Porsche“

Oder: „Hier hechelt ein Achtzylinder eines LOLA Super-Sports-Cars“ ganz zu schweigen vom 16-Zylinder ! - Motor des legendären Auto-Union Typ C mit 520 PS aus dem Jahre 1936.

 

Schon Kaiser Wilhelm hatte 1912 die Idee, dass eine permanente und autarke Rennstrecke eine tolle Sache für die stark wachsende, deutsche Automobilwirtschaft wäre, und eine bedeutende Infrastrukturmaßnahme für die (teilweise) notleidende Eifel.  Der 1.WK stoppte diese Pläne dann zunächst.

 

Anfang bis Mitte der 20ger Jahre war es dann der Adenauer Landrat OTTO CREUTZ, der diese Idee wieder aufnahm, und umsetzte. Am 18. Juni 1927 fand dann das erste Eifelrennen statt.

 Der „Ring“ war geboren.

 

Wer als Nord-Eifeler heute in Großbritannien unterwegs ist, auf Nachfrage etwas von „Eifel“ oder „Nordrhein-Westfalen“ erzählt, wird nur in fragende, nichtsahnende Gesichter schauen.

Spricht der Eifeler aber vom NÜRBURGRING ….. so ist sofort alles klar. Den kennt jedes Kind.

 

Im internationalen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad höchstens noch mit „Le Mans“ in Frankreich vergleichbar. Und dieser Kurs besteht teilweise noch aus extra abgesperrten Landstraßen!

 

Aber: Was ist aus diesem Nürburgring geworden ?

 

Als nun einem gewissen Herrn Kurt Beck (SPD), Ministerpräsident in Mainz auffiel, was die Eifeler schon seit 1927 wussten, nämlich dass im Winter aufgrund der Witterungsbedingungen keine Rennsportveranstaltungen möglich waren, und infolge dessen kaum Touristen zum Ring kamen, war schnell die Idee eines „Freizeitparks“ geboren.

 

So könnte man doch gut essen, Karussell fahren, und der wirtschaftlich schwachen Eifel wäre auch geholfen.

Sicher hatte Kurt Beck es „gut gemeint“. Doch wie sagt der Volksmund: „Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“.

 

Obwohl sich keine privaten Investoren für „Beck-Utopia“ fanden, das Land Rheinland-Pfalz dann sehr kreativ über Scheingesellschaften, Schweizer Strohmänner u.a. ungeheure Summen in gigantische Baumaßnahmen am Nürburgring steckte, hatte Sozialdemokrat Beck über Jahre hinweg wiederholt betont: „Den Steuerzahler wird das keinen Euro kosten.“

 

Es kam, wie es viele Rennsport-Fans befürchtet hatten: total überdimensioniert, und das Ganze floppte, unlösbare, technische Probleme, kaum Besucher.

 

In seinem Abschlußbericht stellte der EU-Wettbewerbs-Kommissar Joaquin Almunia im Oktober 2014 fest, dass die unvorstellbare Summe von 456 Millionen Euro an staatlichen Beihifen, auch zur Vermeidung einer Insolvenz, illegal gezahlt wurden. Die Landesregierung in Mainz gegen zahlreiche Gesetze verstoßen hatte.

Und das ist längst noch nicht alles: insgesamt sei von einer Summe von mindestens 1,28 Milliarden Euro auszugehen, die am Nürburgring verbrannt wurden.

 

Man könnte also resümieren: SO funktioniert eine effektive Vernichtung von Steuergeld.

 

Wie war das noch mit einem ehemaligen CDU-Bundespräsidenten: dem wurde wegen einer angeblichen Vorteilsnahme, einer Hotelübernachtung in München betreffend über zig Monate von zwei eifrigen Staatsanwälten in Hannover der Prozess gemacht, er verlor sein Amt, einen Teil seiner Ehre, es ging um satte 752,- Euro !

 

Bundespräsident Christian Wulf wurde, wie wir wissen, nachdem er auch „Dank“ der medialen Vorverurteilung, die für mich einen absoluten Tiefpunkt in der neueren, deutschen Presse-Geschichte markierte, fast alles verloren hatte, vom Gericht in Hannover freigesprochen.

 

Als nun die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) den von deutschen Gerichten gänzlich unbehelligten, mittlerweile im Ruhestand weilenden Herrn Kurt  Beck hinsichtlich des Nürburgring-Skandals um eine Stellungnahme bat, lehnte dieser ab.

 

Um das noch einmal klarzustellen: ich bin ein glühender Fan des Rings! Seit ich als kleiner Mensch in den Siebzigerjahren mit Vattern das erste Mal beim „Großen Preis von Deutschland“ war.

 

Und doch sage ich als Kommunalpolitiker: solch eine Rennstrecke kann und darf nicht auf Dauer steuerfinanziert sein, zu Lasten aller! Sondern muss und kann auch auf eigenen Füßen stehen.

 

Hier würde ich mir einen Einsatz der deutschen Automobil-Industrie wünschen!

 

Ihr Porsches, Daimlers, BMW`s, Audi`s und Volkswagen…..wo seid Ihr ??

 

Die Nordschleife ist auch Eure Teststrecke! Seit Jahrzehnten.

 

Mit Rechtwirkung zum 1. Januar 2015 wurde die Rennstrecke nun für einen vergleichsweise geringen Betrag von ca. 77 Mio. Euro an einen Düsseldorfer Autozulieferer verkauft. Da dieser fatalerweise, so wird berichtet, inzwischen ebenfalls Schwierigkeiten hatte, die vereinbarten Raten an die Gläubiger zu zahlen, sprang kurzerhand ein russischer Einzelinvestor ein.

 

Thema Formel 1:

 

Kürzlich war zu lesen, dass entgegen vertraglichen Abmachungen ein gewisser Geldgier-Greis aus  England, seines Zeichens Rechteinhaber der mittlerweile langweiligsten Rennsportveranstaltung worldwide, der Eifel eben diese wegnahm. Weshalb?

 

Weil man in Nürburg einfach nicht mehr bereit war, dem Greis zwischen 12 und 15 Mio. Euro alleine dafür zu bezahlen, dass die uniformen Autos dort antreten! (Antrittsprämie)

 

Millionen unter oder über den Tisch zu reichen für GAR NICHTS, dass meine lieben Leser kann und sollte man ruhig arabischen und asiatischen, aufstrebenden Nationen mit Gas- und Ölreichtum überlassen! Denn die haben in puncto „Prestige“ noch viel Nachholbedarf.

 

Deutschland ist seit über 125 Jahren hinsichtlich begehrenswerter, schöner und erfolgreicher Fahrzeuge das Autoland Nummer 1.

 

Die Eifel hat am Ring das 24-Stunden Rennen (größte Rennsport-VA der Welt), zwei wunderbare Oldtimer-Grand Prix im Jahr, Truck-Grand-Prix, die VLN (eh.Veedol Langstreckenpokal) mit unzähligen Läufen, DTM, zig Sonderveranstaltungen, einige hochklassige Motorradrennen, und so vieles mehr, was interessanter und vor allem: bezahlbarer für Otto Normalverbraucher ist als die F1.

 

Fazit: Lang lebe der Ring, drum fahrt bitte alle regelmäßig hin !!

 

 

Wie ist Ihre Meinung?

Schreiben Sie uns!

Bitte beachten Sie dabei unsere „Spielregeln der Kommunikation“

Und nennen Sie uns Ihren vollen Namen & Ihre Adresse (wird nicht veröffentlicht!)

 

                                                                              Vielen Dank

                                                                                   Ihre Kreis-UWV-Redaktion